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Casa del Puro testet fĂŒr Euch - Teil 6 -

Format: Toro (15,24 cm /2,22 cm / RM 56)

Einzelpreis (30.05.2020): 11,50 €

Wissenswertes

Im Laufe des letzten Jahrzehnts hat Senkrechtstarter Fernandez – wie nicht wenige seiner Kollegen ein Nachfahre von Exilkubanern – sich fast aus dem Nichts in der nicaraguanischen Zigarrenszene etabliert. Seine stets mit auffallend phantasievollen Ringen geschmĂŒckten Longfiller bieten mit zahlreichen Serien etwas fĂŒr die verschiedensten Vorlieben, und mittlerweile spricht sich ihr guter Ruf, beflĂŒgelt von exzellenten Kritiken der bekannten Fachzeitschriften, zunehmend auch in Europa herum. Zu seinen neuesten Streichen zĂ€hlt die “Dias de Gloria”-Reihe, deren Name (dt. “Tage des Ruhmes” im Sinne von “die gute alte Zeit”) auf die glorreiche Vergangenheit der Familie Fernandez als Tabakbauern in Kuba anspielt. Diese sollen die beiden Formate (auch eine Robusto ist verfĂŒgbar) wieder heraufbeschwören, und folgerichtig handelt es sich, wie bei den kubanischen Zigarren um Puros, d.h. sie bestehen ausschließlich aus Tabaken des Produktionslandes.;

Aroma

Typisch nicaraguanisch wiederum ist die Rollung, denn diese Zigarren sind deutlich “boxpressed” - viereckig abgeflacht, um einen leichten Zug und gleichmĂ€ĂŸigen Abbrand zu gewĂ€hrleisten. Das dies – wie bei Fernandez ĂŒblich - tadellos klappt, wird schon bei den ersten ZĂŒgen deutlich, die sofort mit ĂŒppigem Rauchvolumen verwöhnen. Ein weiteres Kennzeichen nicaraguanischer Zigarren – eine gewisse anfĂ€ngliche RöstschĂ€rfe - ist fast sofort verflogen, sie verwandelt sich in dezente pfeffrige WĂŒrze. Man gewinnt zunĂ€chst den Eindruck, eine recht starke Zigarre zu rauchen. Vom Start weg bietet der geradezu schlotzige Rauch zudem verfĂŒhrerisch nussige SĂŒĂŸe, die deutlich an Nougat erinnert. Schon im ersten Drittel gehen die WĂŒrznoten dann mehr in Richtung Sandelholz und Weihrauch, der Pfeffer-Kitzel verschwindet. Die Hauptrolle spielt zunĂ€chst weiter die opulente FermentierungssĂŒĂŸe - Mandeln und CafĂ© Cortado kommen dem Raucher in den Sinn, auch florale Untertöne sind bemerkbar. Im zweiten Drittel gibt sich die tadellos verarbeitete Toro deutlich sanfter – ein Effekt, den man bei Habanos praktisch nie, zuweilen aber durchaus auch bei anderen non-Cubans wahrnimmt. Die StĂ€rke pegelt sich auf moderatem Durchschnittsniveau ein, wĂ€hrend die SĂŒĂŸe nun jene von dunklem Waldhonig ist. Ein duftig-blumiges Bouquet tritt immer deutlicher hervor, die WĂŒrze gemahnt inzwischen an mediterrane KrĂ€uter; auch Nougat und Sandelholz dringen zuweilen noch durch. Gegen Ende des Mittelteils edelbittere AnflĂŒge von Kaffee. SpĂŒrbar anziehende StĂ€rke lĂ€utet das finale Drittel ein, die Kraft des Starts kehrt gesteigert zurĂŒck. Der herbale Charakter steht nun im Fokus, begleitet von Kaffee, auch Tee und gediegene Erdigkeit – das Finish erinnert tatsĂ€chlich etwas an Kuba. Die SĂŒĂŸe ist dezenter geworden, aber noch immer zu schmecken. RĂ€uchernoten und eine Prise Kakao am Gaumen bestimmen die letzten ZĂŒge.

Fazit

Schmeckt diese Zigarre wirklich wie eine Kubanische? - Abgesehen vom Schluss nicht wirklich, was die konkrete Aromatik angeht; auch der wunderbar unkomplizierte Abbrand ist typisch non-Cuban. Die fĂŒr eine Zigarre dieser Preisklasse außerordentliche geschmackliche Vielfalt, der immer neue Facetten entfaltende Rauchverlauf aber können sich tatsĂ€chlich mit kubanischen PrachtstĂŒcken messen! Zudem bietet die Toro mit ihrem ultra-cremigen Rauch und der tollen Balance zwischen SĂŒĂŸe und WĂŒrze, Power und Milde ein wunderbar behagliches RauchgefĂŒhl, sodass die gut 90 Minuten des Smokes wie im Fluge vergehen. Diese Zigarre macht satt und zufrieden wie ein frĂ€nkisches SchĂ€ufele mit zwei KlĂ¶ĂŸen. Chapeau!

 

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